Dienstag, 30. Oktober 2012

Einfach kreativ unperfekt - Einladung zu einem spannenden Frauenabend Abend für Familienfrauen - rund um die schönen Dinge des Lebens

Die Herbst-Ferien sind vorbei und schon beginnt für uns Familienfrauen die Hochsaison.


Kennen Sie das auch?

Die To-Do-Listen werden lang und länger, die Schulkinder schreiben eine Klassenarbeit nach der anderen, während die jüngeren von einem Infekt zum nächsten taumeln. Alle brauchen neue Kleidung und (fast) alle freuen sich natürlich auf Weihnachten.

Zeit, vorher an einem netten Frauenabend noch mal so richtig aufzutanken - in gemütlicher Runde und angenehmer Atmosphäre.

An diesem Abend soll es darum gehen, was wir wirklich auf die Listen mit den wichtigen Aufgaben setzen wollen. Und gemeinsam finden wir Wege, wie wir uns diese kommenden Wochen so leicht und angenehm wie möglich machen können!

Ich zeige Ihnen bewährte Tipps und Tricks aus der Coaching-Praxis. Außerdem haben Sie als Expertinnen in eigener Sache die Möglichkeit, sich über Ihre eigenen High-Lights auszutauschen. Und damit jede auch langfristig genau die Tipps bekommt, die sie auch haben möchte, machen wir das im Rahmen einer Ideenparty nach Barbara Sher. Lassen Sie sich überraschen.

Ich freue mich auf einen netten und inspirierenden Abend mit Ihnen allen.

Dieser Abend für Familienfrauen findet statt am So., 4.11., 19.30h im Bistro der Kita Hohe Straße 26, Frankfurt-Bergen-Enkheim 
in Kooperation mit dem MATZ Mütter- und Familienzentrum Bergen-Enkheim e.V.
Kosten: 10€ für Mitglieder, regulär: 12€
Voranmeldung bitte bis 1.11. unter www.coaching-by-the-way.de oder anne.wietschorke@web.de












Sonntag, 28. Oktober 2012

Warum To-Do -Listen nur etwas bringen, wenn auch das Richtige draufsteht -oder: leichter machen leicht gemacht

Hallo zusammen,

am Sa. hat sich unser Kühlschrank verabschiedet - einfach so und natürlich ohne jegliche Vorwarnung.

Und wie gehts Ihnen so?

Gut, am selben Wochenende fing es auch an, zu schneien - im Oktober! So konnten wir unseren Balkon zur Groß-Kühl-Gefrier-Kombi umnutzen. Und der Kindergeburtstag von unserem Sohn ist auch erst am nächsten Samstag. Glück im Unglück könnte man also sagen - wenn da nicht diese to-do-Liste wäre. Und die hat allmählich beträchtliche Ausmaße angenommen.

Diese Liste macht das, was vermutlich die meisten to-do-Listen dieser Welt tun: sie wächst unaufhaltsam. Nicht, dass ich von Morgens bis Abends auf dem Sofa liegen und Brigitte lesen würde - nein, es ist ein anderes Phänomen:

sobald oben ein Punkt abgehakt, weil erledigt ist, kommen unten 3 neue dazu!!!

Glücklicherweise ist mir das schon vor einem Jahr klar geworden und ich habe mir da schon mein etwas anderes Reminder-Programm ausgedacht, was mir Homeoffice wie Hausarbeit leichter macht.

Dumm nur, dass ich zu dem Zeitpunkt noch sehr zögerlich auf mein eigentliches Ziel - nämlich, als Coach zu arbeiten - zugegangen bin. Und so habe ich ausprobiert, wie gut mein Arbeits-Konzept funktioniert - nur leider teilweise mit den falschen Zielen und damit mit den falschen Punkten auf meiner to-do-Liste.

Und heute?

Heute versuche ich mich daran zu erinnern, wie gut das funktioniert. Dann lege ich los und tappe auf direktem Weg in die nächste Falle: ich vergesse, zu trinken, Pausen einzulegen und vor allem wieder aufzuhören! Meine Arbeit macht mir Spaß und so merke ich gar nicht, wie viele Stunden für diese ganzen kleinen und großen Aufgaben ins Land gehen.

Da hilft nur eins: Reminder für Pausen, für Feierabend und für schöne Termine in der Freizeit.


Wie kann es dann sein, dass diese dämliche Liste immer noch so voll ist?

Ganz einfach - und hier komme ich wieder zu einer der klugen Erkenntnisse aus dem klugen Buch, von dem ich letzte Woche schon erzählt hatte: es ist die Regression zur Mitte.

Klingt gut, oder? Im Kartext heißt das: extreme Ereignisse haben die Tendenz ins andere Extrem umzuschlagen. Wer Töchter im Pubertistenalter hat, weiß sofort, wovon ich spreche!

Für meinen Fall von Arbeitswut heißt das: der mündet irgendwann in einen akuten Anfall von Aufschieberitis. Wäre ich alleine mit meinem Leben und dem ganzen Rest, wäre das ganz wunderbar. Ich könnte abwechselnd arbeiten bis zum Umfallen und anschließend chillen, bis der Arzt kommt.

Meine Kinder sehen das komischerweise gegen 14.30h ganz anders - sowohl im einen wie im anderen Fall. Und so musste ich mir wohl oder übel etwas einfallen lassen, was mir als Freiberuflerin rechtzeitige Pausen garantiert und lästige Pflichten auf der Liste leichter macht. Und manchmal halte ich mich sogar daran.

Übrigens: es gibt auch eine ganze Menge, was ganz ohne to-do-Liste erledigt wird. Das sind meistens die Dinge, die einfach dran sind. Kühlschränke aussuchen ohne langwierige Produktvergleiche gehört zum Beispiel dazu. Unserer wird in 2 Tagen geliefert!


Nächste Woche um diese Zeit geht es uns allen hoffentlich besser, denn dann stehen 3 wichtige Events weniger auf der Liste - obwohl: auf meine beiden geplanten Coaching-Abende (auch zum Thema to-do-Listen) freue ich mich auch schon und der Kindergeburstag mit den 9 Grundschul-Jungs wird wohl auch gut über die Bühne gehen - hoffentlich!


Dann mal allen eine schöne Woche - sollte ich die Woche überlebt haben, melde ich mich wieder!


Frau W aus F











Sonntag, 21. Oktober 2012

Easy going - oder warum wir uns das Leben so leicht machen sollten, wie möglich

Hallo zusammen,

ich lese gerade ein ganz besonders kluges Buch mit dem klugen Titel "Die Kunst des klugen Denkens" - also genauer gesagt: ich habe es schon gelesen oder noch besser: ich habe es verschlungen.

Warum verschlungen? Weil es auf höchst amüsante Weise Aha-Erlebnisse liefert noch und nöcher und so ziehmlich jeden Denkfehler entlarvt, dem man so im Alltag ausgesetzt ist: von der Werbung, über Journalismus und Top-Management bis hin zum ganz gewöhnlichen Alltags-Leben - womit wir endlich bei meinem Spezialgebiet angekommen wären.

Es geht um Herdentrieb, das Verwechseln von Ursache und Wirkung, das Unterschätzen von ganz gewöhnlichen Wahrscheinlichkeiten, die Notwendigkeit von intuitivem Denken in der einen und rationalem Denken in einer anderen Situation, das realistische Einschätzen der eigenen Möglichkeiten und vieles mehr. Wie gesagt: ein tolles Buch!

Die Hauptempfehlung lautet: suchen Sie für Ihre eigene Theorie immer wieder Gegenbeispiele und umgeben Sie sich mit Menschen, die anders denken, als Sie selbst.

Und genau das habe ich jetzt vor - hier jetzt und zum Beispiel mit diesem Blog:

Angenommen, man würde unter Eltern eine Umfrage starten:

Was wünschen Sie sich für die persönliche Zukunft Ihres Kindes - Sie können nur eine Wahl treffen:

1. Mein Kind soll einen guten Beruf haben, von dem es gut leben kann

2. Mein Kind soll einen Partner haben und/oder Freunde, mit denen es gerne zusammen ist

3. Mein Kind soll ein schönes Hobby haben

4. Mein Kind soll sich sein Leben so gestalten, dass es gesund und zufrieden und immer wieder glücklich ist


Na, was würden wohl die meisten Eltern auswählen?

Schon klar - der letzte Wunsch ist wenig konkret, bzw. Sie können sich nicht viel darunter vorstellen, was das genau für Ihr Kind bedeutet. Aber mal angenommen, Sie beamen sich ins Jahr 2022. Sie besuchen Ihr erwachsenes Kind und haben genau dieses Gefühl: Ihrem Kind geht es rundum gut genau so, wie es gerade lebt. Ist das nicht eine schöne Vorstellung?

Irgendwo habe ich mal den schönen Satz gelesen:

"Es ist viel wahrscheinlicher, dass Ihr Kind tut, was Sie tun, als dass es tut, was Sie sagen"

Das ist im Grunde nichts anderes als die Sache mit dem Apfel und dem Stamm. Man könnte auch sagen: das hat schon was.

Wenn wir also wollen, dass sich unsere Kinder später mal ein schönes Leben gestalten, wird uns auf Dauer nichts anderes übrig bleiben, als selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. 

Wie das nun genau aussehen sollte? Tut mir leid, da habe ich keine Ahnung - muss ich auch nicht, denn diese Ahnung haben Sie ja selbst: ob Sie endlich ihr altes Hobby wieder aufnehmen möchten oder sich andere Aufgaben in Ihrer Arbeit wünschen, ob Sie endlich weniger Termine haben wollen oder öfter ins Kino gehen möchten, ob Sie sich endlich ein freies Wochenende gönnen oder einen besonders schönen Familien-Ausflug machen möchten - das wissen Sie selbst am besten.

Und was können sich Ihre Kinder dann bei Ihnen abgucken?
Sie erleben, wie man erkennt, was man gerade möchte; wie man das den anderen vermittelt; wie man gemeinsame Lösungen findet und umsetzt und wie sich das alles auf die gesamte Stimmung auswirkt.

Dazu mal wieder ein Mini-Geschichte aus meinem aktuellen Familien-Berufsleben:

unser Sohn hatte sich am Freitag mal eben zum Übernachten bei seinem Opa eingeladen. Das ist eine große Seltenheit, weil besagter Opa ein sehr unternehmungsfreudiger Mensch und die meiste Zeit schlicht ausgebucht ist.

Also haben wir diesen Termin kurzfristig möglich gemacht. Am nächsten Vormittag kam ein Anruf von unserem Sohn; es folgte ein kurzes Gespräch mit dem Opa, der mit folgendem Satz endete: "Gut, dann kommen wir so gegen 18.00h zurück. Es ist doch so schönes Wetter - macht euch einen schönen Nachmittag!"

Bis zu diesem Moment war ich wild entschlossen gewesen, mit meiner to-do-Liste bewaffnet zwischen Schreibtisch und Haushalt hin und her zu switschen. Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich zwar wild entschlossen, aber gleichzeitig höchst unmotiviert. Ganz besonders, als ich meine Teenie-Tochter im Liegestuhl im Garten hab "chillen" sehen - wenn Sie wissen, was ich meine.

Und so beschloss ich, den klugen Rat meines lieben Schwiegervaters zu befolgen - sprach`s und setzte mich mit meinem klugen Buch auf unsere Terrasse. Dem folgte dann noch ein sehr netter Abend mit Freunden und ein wunderschöner Familienausflug auch mit Freunden heute.

Noch 3 Tage vorher fühlte ich mich sehr gestresst - vornehmlich, weil mir besagte to-do-Liste im Nacken lag. Einiges davon habe ich auch in Angriff genommen, aber ich konnte einfach nicht dranbleiben. Aber, was viel unangenehmer war: ich hatte wenig Geduld mit meinen Kindern und war mit meinen Gedanken ständig bei diesen dämlichen kleinen und großen Punkten auf meiner Liste.

Jetzt ist die Liste noch immer gleich voll, aber wir hatten ein rundum schönes Familien-Wochenende. Und prompt habe ich auch wieder Lust, mich um meine Arbeit zu kümmern - statt mich heimlich mit dem Gedanken zu tragen, den Rest meines Lebens zwischen Haushalt und zeitweiligem Mutterglück zu verbringen.


Wieso ist das so? Ist es nur das Auftanken, oder steckt noch mehr dahinter?


Ich glaube, in dem Moment, wo wir uns solche blaue Stunden gönnen, stellt sich unser innerer Kompass wieder richtig ein: => Das fällt mir leicht - so geht es mir gut.

Und mit dieser Einstellung richtet sich dann auch alles weitere danach aus: das hier weicht mir zu sehr ab = da greife ich ein; das hier ist mir so zu anstrengend = das mache ich mir leichter; das eine Ziel verfolge ich weiter und das andere ist gerade nicht so wichtig...

Das Schöne ist: es entsteht eine prima Mischung aus guter Laune, Engagement und Gelassenheit. Und die färbt ganz offensichtlich ab - zum Beispiel auf die Kinder.


Kommen wir nun zu der Eingangsfrage:

wer hat Lust, mir Gegenbeispiele für diese Theorie zu liefern? 
Was spricht dafür, am Wochenende alles abzuarbeiten, was von der Woche übrig geblieben ist?
Was spricht dafür, sich immer wieder etwas vorzunehmen, was diese Wochenend-Arbeit notwendig macht?
Was spricht dafür, dass man sich so anstrengt, obwohl es auch leichter geht?

Ich würde ja gerne ein Preisgeld auf die Beantwortung dieser Fragen aussetzen, aber das scheitert vermutlich an der Übermittlung ;)

Auf jeden Fall bin ich doch sehr gespannt auf alle möglichen Antworten, die meine nächsten möglichen Denkfehler entlarven.


In diesem Sinne - mal wieder eine schöne Woche mit Aussicht auf ein möglichst arbeitsfreies Wochenende danach.

Frau W aus F


P.S.: Wenn nichts dazwischen kommt, schreibe ich im nächsten Artikel darüber, wie das gehen kann, wenn man es denn möchte!




















Sonntag, 14. Oktober 2012

Ich weiss nicht, was ich wollen soll - oder: wie wichtige Entscheidungen leichter werden

Hallo zusammen,

dass ich mich heute überhaupt melde, grenzt eigentlich schon an ein Weltwunder.

Nicht, dass ich etwa einen schweren Autounfall gehabt hätte oder plötzlich im Krankenhaus gelandet wäre - das alles wäre ein nachvollziehbarer Grund, nichts von sich hören zu lassen.

Nein, ich habe nur eine ganz spezielle Woche hinter mir, die mir alles mögliche beschert hat - nur keine Urlaubsgefühle - weder im Alltag noch sonst wo.

Stattdessen war ich geplagt von Entscheidungs-Stress gepaart mit Dauer-Lampenfieber.

Schon immer habe ich diese Leute bewundert, die sich so mir nichts dir nichts für einen Job im Ausland entscheiden können. Die ihre gesamte Familie mal eben umsiedeln und nach ein paar Jahren um einige Erfahrung reicher zurück kommen.

Ich habe es ja bekanntermaßen bis vor einem Jahr noch nicht einmal zu einem stressfreien Vorlauf beim Packen für den Urlaub geschafft. Und da komme ich auf die Idee, innerhalb von 2-3 Monaten ein gesamtes Familien-Leben aus einem 1 Familienhaus in der Vorstadt einzupacken und in einer netten Altbau-Wohnung in meinem Lieblings-Viertel wieder auspacken zu wollen?

Sehen Sie - völlig verrückt neben dem ganz normalen Alltag, Kindergeburtstag und dem Einrichten meiner Lieblingsarbeit. Ein guter Grund also, keine Immobilien-Anzeigen zu verfolgen - ich habe es aber gemacht. 

Dafür muss es einen Grund geben - der Grund ist: es ist ein langjährger Traum von mir, mit Familie in einer Altbau-Wohnung in der Stadt zu leben - so zwischen Schule, Kino und Kultur.

Und hier wird es gefährlich. Denn immer dann, wenn man dem eigenen Traum nachgeht, meldet sich genau die Instanz, die einen schon die ganze Zeit davon abgehalten hatte. Sie schickt Ausreden, Zweifel an der Entscheidung und jede Menge Adrenalin.

Hätte ich nun gewusst, dass zumindest die bessere Hälfte der Vermieterin - sprich: ihr Mann -  eine ihm bekannte Familie einziehen lassen wollte, hätte ich mir und meinem gesamten Umfeld so einiges ersparen können:

das ständige Checken von Mails und Handy-Nachrichten, das Zusammenzucken bei jedem Klingelton, die geistige Abwesenheit bei wichtigen Kinder-Nachrichten, jede Menge Gespräche über Entscheidungen im allgemeinen und dieser im besonderen und eben jede Menge Adrenalin.

Kurz bevor nun heute die enttäuschende, aber erlösende Absage kam, war ich gestern Abend in Sachen Kindergeburtstag unterwegs. In der Buchhandlung meines Vertrauens musste ich dann doch einen Abstecher in die Erwachsenen-Abteilung machen, wo mir folgender Buchtitel über den Weg lief:

"Ich weiß nicht, was ich wollen soll!"

Passt das oder passt das? Und so fand ich mich in einem roten Plastikledersessel wieder, um besagtes Buch quer zu lesen. Da stand viel über die Qual der Wahl, über Entscheidungsmüdigkeit und das Gefühl von Zufriedenheit, was in unserer Gesellschaft immer mehr abnimmt. 

Netterweise kam der Autor auch nach gefühlten 100 Seiten mit der Lösung um die Ecke: Ausprobieren. Nichts davon war für mich wirklich neu, aber amüsant geschrieben und schön wissenschaftlich untermauert.

Aber dann kamen einige Gedanken zu genau meinem Thema: Stadt oder Land. Und die haben das auf den Punkt gebracht, was schon lange meinem Gefühl entspricht. An dem Abend folgte ein sehr gutes Gespräch mit meinem Mann, dann die Überwindung, die Vermieterin doch noch mal anzurufen und nach der sehr verständlichen Absage die Entscheidung, es weiter zu versuchen.

Und so bin ich jetzt auch nach dem 4. Versuch weder sehr enttäuscht noch extrem erleichtert - es ist einfach ok so und gibt mir wieder den Raum, mich um die anderen wichtigen Dinge des Lebens zu kümmern.

Für alle, denen all das Hin und Her mit irgendeinem wichtigen Thema irgendwie bekannt vorkommt, hier die Schritte, die mich dahin gebracht haben:

1. Wenn dich etwas immer wieder beschäftigt, probier es aus

2. Mach dir die Gründe und Vorteile deiner Entscheidung so klar, dass du sie anderen verständlich machen kannst

3. Sprich mit den richtigen Leuten darüber - also mit allen, die daran beteiligt sind und anderen, die dich einfach gut genug kennen

4. Schraub die Gefährlichkeit der Entscheidungs-Schritte so weit runter, dass sich das Gefühl von Panikattacke bis auf leichte Nervosität reduzieren lässt (drunter gehts leider nicht - wäre das ohne möglich, hätte man diesen Schritt ja schon längst gemacht;)

5. Mach dir den Sinn und Zweck dieses kleinen Schrittes klar - oft geht es nur darum, die fehlenden Informationen zu sammeln, die eine Entscheidung überhaupt erst möglich machen (über die Sache selbst, über die Wünsche der anderen oder über die eigenen)

6. Mach dann einen Schritt mit leichter Nervosität nach dem anderen - dieser Nervenkitzel bleibt dir erhalten bis das Projekt abgeschlossen ist - so viel sei verraten.

7. Erkläre allen Menschen in deinem Umfeld, dass du gerade unter einem akuten Schub von Lampenfieber leidest - das macht es leichter für alle.

8. Wann immer ein entweder/oder dahinter steckt, geht meistens beides: entweder nacheinander bzw. abwechselnd oder zumindest das Wesentliche gleichzeitig.

9. Sprich mit Leuten, die sich mit so was auskennen: Fachleute für das Thema selbst und Fachleute für das Entscheiden und das Umsetzen.

Ich habe übrigens noch ein anderes spannendes Buch gefunden, in dem ich folgende These gelesen habe: Man liest und hört in der Öffentlichkeit immer nur von erfolgreichen Projekten. Ratgeber-Literatur ist deshalb unsinnig, weil von Erfolgsmenschen geschrieben.

Sehen Sie, das ist ein Irrtum: ich bin der lebende Beweis. Ich schreibe über diese Themen, damit Ihnen ein paar meiner längsten Umwege erspart bleiben.

Demnächst werde ich einen Frauenabend gestalten zum Thema "Warum to-do-Listen nur etwas bringen, wenn auch das Richtige draufsteht". Darauf die Reaktion einer Freundin im Zusammenhang mit der Umzugs-Entscheidung: "Pass du mal auf deine eigene to-do-Liste auf!"

Recht hat sie - und genau deshalb kann ich anderen mit dem Thema auch helfen: ich weiß, wie sich das anfühlt und ich weiß, was ich guten Gewissens empfehlen kann. Nach dem Motto: wenn ich das habe lernen können, dann Sie aber schon lange.


Mit meiner Umzugs-Geschichte bin ich ja noch keine Expertin, aber nach allen eigenen Erfahrungen mit meinem Traum-Beruf und auch mit meinen bisherigen Coaching-Klientinnen kann ich nur sagen: es lohnt sich wirklich bei jedem Thema, das ganze Adrenalin in gute Bahnen zu lenken.


In diesem Sinne eine schöne Woche,

Frau W aus F

P.S.: und für alle, die sich das Thema mit den to-do-Listen näher ansehen möchten - das geht hier: www.coaching-by-the-way.de














Sonntag, 7. Oktober 2012

Ma hat ma Glück, ma hat ma Pech, Mahatma Ghandi - oder: wo die eigentlichen Lebensweisheiten zu finden sind

Hallo zusammen,

ist das nicht ein schöner Titel?

Wissen Sie, wo der herkommt? Aus Köln - genauer aus dem Kölner Karneval!

Nun habe ich so gar nichts mit dem Karneval und schon gleich überhaupt nichts mit dem Kölner zu tun, aber ich werde das noch einmal überdenken und gegebenenfalls ändern.

Die Sache ist die:

am Freitag abend habe ich mir mal wieder für eine meiner Lieblings-Talkshows Zeit genommen, gefolgt von einer meiner Lieblings-Ratesendungen und da passte doch glatt das eine mal wieder zum anderen - und beides zu dem, was ich mit dem Coaching vermitteln möchte:

es lohnt sich immer, sich und anderen das Leben möglichst leicht zu machen, improvisieren kann viel Spaß machen und Fehler und Umwege gehören nun mal irgendwie dazu.

Schön - die Message wäre damit raus - möchten Sie jetzt noch wissen, was das alles mit dem Kölner Karnevals-Lied zu tun hat?

Also, in besagter Talk-Show gab es so etwas wie ein gemeinsames Thema, was sich wie ein roter Faden immer wieder durch die verschiedenen Gespräche zog. Die Kurzfassung: "Wieviel Coaching und Psycho braucht der Mensch bzw. wann braucht er was und wieviel davon?"

Die Kurzfassung der Antwort:

nur wenige, denen es sehr schlecht geht, brauchen viel. Alle anderen brauchen nur so viel, dass sie sich nicht ständig mit sich selbst beschäftigen (müssen) und ganz einfach ihr Leben leben.

Nur, wer war da anwesend? Eine Juristin, die großartige Romane schreibt (Juli Zeh) und ab und zu tauchen geht; ein großartiger Schauspieler (Herbert Knaup), der sich seine Rollen aussuchen kann; eine Sängerin und Entertainerin (Gayle Tufts), die sich auf der Bühne pudelwohl fühlt; eine andere Sängerin, der man vor lauter Begeisterung ihr Alter nicht ansieht und noch viele andere.

Was haben die alle gemeinsam, die sagen können, dass das wichtigste gute Freunde sind, die einen durch alle Höhen und Tiefen tragen?

Sie tun alle genau das, was sie gerne machen und zwar hauptberuflich!

Auch der Psychologe, der sein ungemein kluges Buch vorgestellt hat. Er möchte aufzeigen, dass der ganze Coaching- und Psychomarkt gar nicht gebraucht wird oder besser zu vielen Menschen eher schadet, als nützt.
Auch dieser Mensch macht genau das, was er gerne macht und kann den bedeutsamen Lebenserfahrungen der anderen in der Runde nur zustimmen: ein bisschen Ehrenamt, gute Freunde und ansonsten das Leben so nehmen, wie es eben ist - keine Garantie auf das große Lebensglück.

                                                        Cut

Jetzt zur Ratesendung im Anschluss:

da ist ein ganz stinknormaler, sehr sympathischer Mann, der ein paar Fragen beantworten soll. Alles, was ihm aus den Knopflöchern schießt, ist: Gelassenheit.

Und dann sitzt da noch ein Comedy-Promi (Bastian Pastewka), der seine Antworten im Voraus einschätzen soll. Und der bringt nun die Lebensphilosophie des gelassenen Kölners genau mit diesem Karnevals-Lied auf den Punkt: 

Ma hat ma Glück, ma hat ma Pech, Mahatma Ghandi.

Herrlisch!!!

Auch der übrigens macht genau das, was er wirklich möchte: er wohnt in einem Wohnwagen - bestimmt sehr bescheiden, aber ebenso sicher sehr gelassen und zufrieden.

All das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen:

gute Freunde und ein bisschen Ehrenamt hatte ich schon immer.

Aber jetzt habe ich auch noch einen Beruf, der genau das ist, was ich machen möchte. Und plötzlich passiert etwas ganz Wunderbares:

ich kann es mir leisten, die Dinge gerade so gut zu machen, wie ich es eben kann. Ich kann es mir leisten, hier und da zu improvisieren und auch Fehler zu machen. Und ich kann es mir leisten, in diversen Situationen gelassen zu reagieren, weil davon nun mal einfach nicht die Welt untergeht. 

Und genau das ist es, was ich in meinen Coachings weiter vermitteln möchte: sorg für das, was du wirklich von Herzen gerne tust und mach es dir und anderen drum rum so leicht wie möglich.

Dazu passt auch das spontane Feedback einer meiner Workshop-Teilnehmerinnen zum Thema Kooperationen im Job (Sie wissen schon, der Workshop mit den locker gemalten Flip-Chart-Bögen von letzter Woche ;):

"Jetzt geh ich mit einem ganz anderen Gefühl hier raus. Mir ist eine richtige Last von den Schultern genommen."

Was soll ich sagen: Mahatma Ghandi :)


Eine schöne Woche!

Frau W aus F




Sonntag, 30. September 2012

Endlich großflächig arbeiten - oder: warum ich in Zukunft vielleicht doch ab und zu meinen Schweinhund an die Kette legen werde

Hallo zusammen,


ich habe eine gute Nachricht:

dieser Artikel wird kurz! :)

Nun, ich habe morgen einen Workshop, der mich im Vorfeld einiges an Nerven gekostet hat. Die haben sich inzwischen wieder beruhigt, aber ich habe mal wieder etwas Großartiges erlebt und deswegen einen ganz neuen Verdacht:

Könnte es sein, dass gerade das, was man am meisten vor sich herschiebt, auch das ist, was einem am meisten Spaß macht??

Hier die Story:

Mein Workshop morgen braucht alles, was so eine Veranstaltung braucht: ein halbwegs sinnvolles Konzept, eine nette Verpackung, halbwegs realistische Phasen-Zeiten und...

...und fertig gestaltete Flip-Chart-Bögen !!

Schon während der gesamten Vorbereitung kam mir immer mal ein Blitz-Gedanke an den Moment, wo das nun alles zu Papier sprich zu Din A 2 - Flip-Chart-Bogen gebracht werden sollte. Und jedes Mal bekam ich eine Mini-Panikattacke. Warum??

Weil ich noch nie eine schöne Schrift hatte, noch nie den Platz im Verhältnis zur Größe der Buchstaben richtig einschätzen konnte (umgekehrt auch nicht - leider!), weil ich noch nie habe in dieser Größe gerade schreiben können und weil ich für eine bestimmte Übung 3 mega-große Kreise auf Papier brauchte.

Nachdem mein Ablauf also feststand, schrieb ich erst mal lauter Din A4 Bögen - einfache Übung mit erstaunlicher Wirkung: es machte bereits etwas Spaß.

Irgendwann kam dann der Moment, wo ich unseren großen Esstisch im Wohnzimmer frei räumte, der gesamten Familie erklärte, was ich vorhatte und einfach anfing. Was dann geschah, war so erstaunlich, dass ich nie im Leben damit gerechnet hätte:

die ersten 2 Wörter gingen schief (doch, damit hatte ich gerechnet), ich schrieb die Seite neu. Ab der nächsten Seite  lief der Stift irgendwie von alleine über das Papier, alles passte, alles war angenehm zu lesen und meine Hand malte in einem Schwung einen Mega-Kreis nach dem anderen. Und genau in dem Moment spürte ich plötzlich, wie gerne ich auf so großer Fläche male, schreibe, gestalte - einfach so und ohne Unterbrechung. Ein wunderschönes Gefühl und wirklich eine riesige Überraschung für mich!

Ja, und nun frage ich mich, ob sich hinter dem Widerstand möglicherweise genau das versteckt, was man besonders gerne macht?
Das würde nämlich heißen, dass sich dieser freundliche Schweinhund nicht nur zeigt, weil man gerade auf ein halbwegs gefährliches Ziel zu steuert (Workshop halten / Traumberuf verwirklichen). Es würde heissen, dass der auch dann winkt, wenn man unterwegs einen Job erledigen muss, der einem für sich genommen auch schon viel Spaß macht.

Heißt das jetzt, in Wirklichkeit liebe ich meine Steuerklärung???

Na ja, es muss ja immer auch Ausnahmen geben von der Regel, oder?

Hach, schon wieder länger geschrieben, als ich dachte...


...aber mehr wird es auch nicht für heute :)


Dann mal eine schöne Woche - mit oder ohne frei laufenden Schweinhund!


Frau W aus F











Sonntag, 23. September 2012

"Er kann gar nicht singen" - oder warum Woody Allen scheinbar mehr weiss, als wir Normalsterblichen

Hallo zusammen,

bevor ich gleich über diesen unglaublich komischen und inhaltsträchtigen Film "To Rome with love" schreibe, ein kleines update bezüglich meiner letzten Ankündigung:

Sie lautete:

die Woche so geregelt kriegen, dass das Wochenende tatsächlich frei bleibt von jeglicher Arbeit.

Hier das update:

hat geklappt (bis auf den normalen Familienwahnsinn wie Wocheneinkauf, Kochen, Hausaufgaben betreuen und Kids in Schach halten - aber gut, das hatten wir ja nicht anders gewollt).
Ergebnis: fühle mich prima erholt, mache ich weiter so!

Und das Beste: ich habe mir sowohl am Freitagabend eine nette Talkshow gegönnt (nach Wochen mal wieder Fernsehen) als auch am Samstagabend einen noch viel netteren Kino-Besuch mit meiner Freundin.
Eigentlich wollte ich nur gepflegt lachen, sonst nichts. Aber dann kam alles etwas anders - oder besser noch was anderes obendrauf:

Woody Allen bringt die Erklärung für ein Problem, mit dem viele um mich herum gerade ordentlich zu kämpfen haben (ich natürlich nicht, sonst würde ich ja wohl kaum darüber schreiben;))
Es geht um das heiße Thema: Partnerschaft (klar, ist ja auch Woody Allen), aber in diesem Fall im Zusammenhang damit, wofür wir unsere Partner am allermeisten brauchen - und zwar, ohne es zu wissen und besonders dann, wenn wir denken, ohne sie wäre alles viel leichter!!

Also, die Geschichte in Kurzform ist diese:

ein amerikanischer Musikproduzent im Ruhestand besucht in Rom einen Leichenbestatter (nein, das hat natürlich familiäre Gründe: es ist ein Schwiegereltern-Treffen so zu sagen).
Dieser Musikproduzent hört nun den Leichenbestatter singen - und zwar da, wo alle gut singen: unter der Dusche. Man muss dazu sagen: der singt tatsächlich einfach fantastisch gut. "Ich singe so laut, weil meine Frau auch etwas davon hören möchte!", sagt er. Der Musikproduzent ist so begeistert, dass er trotz erheblichem Widerstand der italienischen Familie ein Vorsingen arrangiert. Was passiert: er singt, aber leider verdammt schlecht. Alle sind schockiert, ganz besonders besagte Frau des Leichenbestatters. Sie attackiert darauf den Musikproduzenten mit einem Küchenmesser (ich sags ja, Woody Allen) und schreit:"Er kann überhaupt nicht singen - er kann es nur unter der Dusche!"

Den Rest des Films könnte man sich darüer streiten, ob sie das lieber hätte nicht sagen sollen - aber die Konsequenzen daraus sind einfach der Brüller!!! 

Als der Musikproduzent später dem Leichbestatter die Rolle des Bajazzo vorschlägt, kommt natürlich, was kommen musste: "Das war schon immer mein Traum, einmal den Bajazzo zu singen!"

Jetzt kommt die große Preisfrage:

warum bitte hat er sich diesen Traum nie erfüllt?

Ganz einfach:

weil er Leichbestatter ist und kein Caruso

Und warum konnte er dann so wunderschön singen?

Ganz einfach:

weil er jeden Tag unter der Dusche gesungen hat und möglichst laut, damit seine Frau auch etwas davon hat

Und warum hat sie ihn dann nicht unterstützt, zu einem Vorsingen zu gehn?

Ganz einfach:

sie hatte Angst um ihn - sie konnte gar nicht beurteilen, wie gut er war und sie hatte Angst, dass er sich blamiert 

Wofür hat er sie denn dann gebraucht?

Ganz einfach:

zum unterstützen so weit sie konnte, nämlich ihm sagen, dass er schön laut singen soll, damit sie es hören kann


Wer konnte ihm die nächste Unterstützungsstufe ermöglichen?

Ganz einfach:

nur jemand, der sich damit auskennt ;) Jemand, der die Qualität einschätzen kann und die richtigen Kontakte ermöglicht - und jemand, der einen Weg findet, den typischen Widerstand zu umgehen (wie er das gemacht hat?? Das müsst ihr euch anschauen - wie gesagt: der Brüller :))

Und genau dafür braucht es Mentoren, die jemanden "entdecken" oder eben Coaches, die den Weg zu diesen Mentoren ebnen.

Und die Partner:

tja, die haben es auch nicht leicht mit uns: 
erst unterstützen sie uns so, wie sie es eben können; dann merken sie unsere Nervosität und bremsen uns aus, so dass wir schön behaupten können, ohne sie wäre alles viel leichter und wir kämen viel schneller voran. Und schliesslich müssen sie uns auch noch zeitweise den Rücken frei halten und kommen so nicht unbedingt dazu, ihre eigenen Träume zu verwirklichen - zum Beispiel, weil unser Traum nun mal gerade einiges an Redezeit, an Arbeitszeit und an Energie einnimmt.

Im Übrigen:

Die Woody Allen-Figur (also der Musikproduzent) hat natürlich auch hier mal wieder einen leichten Schlag weg - und verheiratet ist er mit - na - genau: einer Psychiaterin;)

Das System erhält sich also wieder einmal einfach wunderbar und genau deshalb hat der gute Woody Allen offensichtlich etwas mehr kapiert als wir Normalsterblichen.


So, und bevor mein System sich auch selbst erhält und ich wegen akuten Schlafmangels mein bisheriges Erholungsstadium über den Jordan kicken muss, gehe ich jetzt und sofort schlafen.


Schöne Woche allerseits,

Frau W aus F











Sonntag, 16. September 2012

Heute nicht - oder warum man nie immer sagen sollte

Hallo zusammen,

das darf doch nicht wahr sein:

gerade hatte ich vor, diesen Artikel zum Thema "Heute nicht" mit 3 Sätzen zu beenden, weil ich heute einfach keine Lust habe zum Schreiben. Und dann so was...

...es tippt da in meinen Rechner diese bedeutungsschwangere Zeile "oder warum man nie immer sagen sollte" und schon bin ich wieder in meinem Element.

Ich glaube nämlich, da ist tatsächlich was dran: immer und nie stimmt nie - oder selten - oder so...

Nehmen wir mal ein Beispiel:

Ich wollte bespielsweise einen Blog schreiben - und zwar immer und täglich über eine kleine Songtext-Zeile zum Anfangen und Dranbleiben - das hat exakt 28 Tage funktioniert (ja, man hätte es sich denken können), dann wenigstens zum Wochenstart und Wochenende - auch das ging einige Wochen ganz gut (ach, Sie meinen, auch diese Idee war möglicherweise zu ambitioniert? Ja, könnte schon sein!) und nun hat es sich seit einiger Zeit so eingependelt, dass ich 1 mal am Wochenende hier etwas schreibe (nein, nicht, um diesen Turnus einzuhalten, sondern aus Spaß an der Freud und weil mir immer so viel Spannendes begegnet).

Und plötzlich habe ich keine Lust - und bekenne das auch noch öffentlich.

Dabei gäbe es so viel, worüber ich schreiben könnte:

über Eltern, die ein sehr engagiertes und kreatives Team vom Mütterzentrum als Betreuungs-Dienstleiter für ihre Kids missverstehen
über junge Frauen im Beruf und ohne Kind und Kegel, die am Nebentisch Sätze sagen wie "Ich bin zu gestresst, um meine Freizeit zu gestalten!"
über Familienväter, die entscheiden, vorläufig keine Familen-Kurzurlaube am Wochenende mehr zu machen, weil zu Hause ja so viel zu tun ist
und über Sonntage, an denen genau so viel gearbeitet wird, wie an Wochentagen: renoviert, für Klassenarbeiten gelernt, Präsentationen vorbereitet...

Ja, Stoff gäbe es genug - aber ich habe gerade keine Lust, darüber zu schreiben.

Ich habe Lust, daran etwas zu verändern!

Irgendwo habe ich mal diesen klugen Satz gelesen, der mir schon oft den entscheidenden Hinweis auf typische Familien-Situationen geliefert hat:

"Es ist viel wahrscheinlicher, dass Ihre Kinder tun, was Sie tun, als dass sie tun, was Sie sagen."

Ganz ehrlich - nicht immer leicht zu schlucken, aber umso hilfreicher.

Kleines Beispiel aus dem Familien-Alltag gefällig?

Neulich stand mein Mann einigermaßen fassungslos vor dem, was meine Teenie-Tochter "Für mich ist es so ok"-Zimmer nennen würde. Er:" Sag mal, habe ich dir das beigebracht?" Sie:"Nee, du nicht, aber Mama."

Sehen Sie, das meine ich - sie hat verdammt recht - leider.

Inzwischen haben wir beide mal wieder aufgeräumt.

Ich glaube, jetzt bin ich doch etwas vom Thema abgekommen - kein Wunder, ich wollte ja auch gar nichts schreiben heute - oder besser: doch, genau darüber:

Heute nicht - ist ja schließlich Sonntag.

Dummerweise wird aus dem Sonntag nichts, wenn nicht die schlimmsten Altlasten bis dahin aus dem Weg geräumt sind. Die charmante Aufschieberitis führt am Ende doch nur zu Dauerstress - kann das sein?

Ich vermute, das muss der Grund gewesen sein, der mich vor einem Jahr zu einem kleinen Selbstversuch in Sachen Arbeitsorganisation getrieben hatte - höchst erfolgreich übrigens, wenn man mal davon absieht, dass ich das von da an eigentlich immer so machen wollte - eigentlich immer - merken Sie was?

Soeben habe ich beschlossen, das "immer" morgen wieder starten zu lassen - hat ja schliesslich sehr gut funktioniert.

Warum ich mir einbilde, dass ich diesmal länger dabei bleibe, möchten Sie wissen?

Ganz einfach:

Weil dieses Mal auf meiner schönen Pinwand und in meinen schönen to-do-Listen das richtige steht: neben dem ganzen öden Haushaltskram lauter Aufgaben rund um meinen Beruf, die mir sehr viel Spaß machen und mich einfach erfüllen.

Eine davon, wird die Vorbereitung für einen Frauenabend sein, den ich demnächst in zusammenarbeit mit besagtem Mütterzentrum anbieten werde - Thema:

"Warum to-do-Listen nur dann etwas bringen, wenn auch das richtig drauf steht"

Ja, ich weiß, wovon ich da spreche und freue mich schon jetzt auf diesen netten Abend.

(Wussten Sie, dass die besten Mathematiklehrer früher katastrophale Mathe-Schüler waren??)

Und genau deshalb spreche ich darüber, wie man Job, Kind und Kegel unter einen Hut bekommt und wie man sich das Wochenende frei von Arbeit schaufelt - ich habe eine Ahnung und übe noch:)

Und was lernen wir daraus: aus heute nicht wird heute doch und : Widereinsteigen ist ganz leicht, wenn es das richtige ist.

Na denne - eine schöne Woche mit Ausblick auf ein möglichst arbeitsfreies Wochenende!

Frau W aus F



Sonntag, 9. September 2012

Ihr Laden heißt "Ideenreich" - oder: warum man die positiven Nebenwirkungen nicht unterschätzen sollte.

Hallo zusammen,

wissen Sie, was der Unterschied zwischen einem Ideenreich und Reizüberflutung ist? Richtig - es ist wie immer eine Frage der Betrachtung.

"Männer finden den Laden hier nicht so toll", sagte die freundliche Ladenbestitzerin von einem kunterbunten Laden voller Deko- und Geschenkartikeln. "Sie nennen das Reizüberflutung". "Und die Frauen", frage ich hinterher. "Ja die", sagt sie schnell "die kommen gerne und finden auch immer irgendwas Schönes".

Das glaube ich gerne - und mal ganz ehrlich: ist das bei H&M und Co nicht genauso - also das mit der Betrachtungsweise?

Ich mag den kleinen Laden sehr und die freundliche Ladenbesitzerin plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen. Sie ist Juristin und ein eigener Laden war schon immer ihr Traum, aber die Eltern waren dagegen. Während sie das sagt, schaut sie mit einem Seitenblick auf eine ältere Dame, die neben ihr hinter der Ladentheke auf einem Stuhl sitzt - es ist ihre Mutter.
Die meldet sich nun auch zu Wort: "Sie ist Volljuristin - da macht man doch keinen Laden auf!"

Meine Begleiterin und ich schauen uns an.
(Ich bin mit einer Klientin unterwegs, die selbst Karriere-Coach ist und meine Coaching-Stadt-Tour ausprobieren möchte mit der Fragestellung "Wie finde ich die richtigen spannenden Frauen für meinen geplanten Workshop?")

Wir reden noch über dies und das, zwischendrin kommt eine Kundin und fragt nach einer bestimmten Karte, die sie dort schon mal gesehen hatte. "Ja, die ist schön - das stimmt - die bestelle gleich wieder", sagt die Inhaberin  und man spürt, wie sehr sie jeden einzelnen Artikel in ihrem kleinen "Ideenreich" von Herzen gern hat.
Als ich ihr das sage, kommt sie ins Schwärmen und plötzlich fallen 2 sehr besondere Sätze. Sie sagt:"Und seitdem bin ich überhaupt nicht mehr krank gewesen, fällt mir gerade auf." Und:" Und so konnte ich mir noch meinen anderen Traum erfüllen: einen Hund" und sie strahlt.

Natürlich kann ich mich nicht länger bremsen und frage tatsächlich noch einmal die Mama nebendran, wie sie das denn jetzt sieht mit dem Ladengeschäft ihrer Tochter. Es ist die gleiche Person von vorhin, aber jetzt sagt sie wörtlich:" Ja, jetzt finde ich es gut. Sie ist glücklich und das ist doch das Wesentliche".

Da sind wir dann doch sprachlos - alle 3.

Wie war das noch - wie man spannende Frauen findet?
Ganz einfach: sobald jemand von dem erzählt, was er oder sie wirklich von Herzen gerne tut oder auch nur tun möchte, hat man spannende Menschen um sich - das erlebe ich im Coaching jedes mal auf s Neue. Und genau darüber hatten wir zu Beginn der Stadttour gesprochen. Ausserdem noch darüber, was meine Klientin selber gerne mag und der Rest war Intuition - und zwar ihre und nicht meine.
Und jetzt hat sie viel Inspiration und Input für den Workshop, wir beide hatten einen sehr netten Nachmittag und ich setze ab jetzt Coaching-by-the-way auf Punkt 1 meiner beruflichen to-do-Liste, denn das ist es, was ich von Herzen gern tue.

Und was unsere freundliche Ladenbesitzerin betrifft, habe ich mal wieder etwas sehr Wichtiges dazu gelernt - und hier schliesst sich wieder der Kreis zum Priorisieren von letzter Woche:

Sie hatte 2 Träume, die nun aber auch gar nicht zu ihrem damaligen Leben als Juristin gepasst haben - mit einem hat sie angefangen und 3 Monate später hatte sie sich beides erfülllt:  Laden und Hund und die Gesundheit kam als Nebenwirkung noch dazu.

Es sieht ganz so aus, als sollte man sich tatsächlich auf den Weg machen, die eigenen Träume Wirklichkeit werden zu lassen.


Am besten, wir machen morgen einfach damit weiter - eine schöne Woche:)

Frau W aus F

 




Sonntag, 2. September 2012

Brauchst du jemand zum Priorisieren? - oder: was helfen kann, wenn es eigentlich zuviel ist

Hallo zusammen,

ich glaube, eigentlich wollte sie gerade den Tatort gucken. Und nach 10 Minuten hat sie ihn auch geguckt - das weiß ich nicht so genau, denn da war ich schon wieder offline.

Won wem ich rede?

Ach so, hatte ich vergessen: von einer meiner Kolleginnen, die einfach immer da sind - sogar dann, wenn man gar nicht merkt, dass man sie braucht.

Das war so: ich glaube, ich hatte schon mal irgendwo erwähnt, von was ich alles keine Ahnung habe. Wenns recht ist, würde ich diese Liste gerne erweitern - und zwar um das Thema PC-Anwendung und - Technik in jeglicher Form.
Grundsätzlich bin ich damit ganz gut um die Ecke gekommen, bis so grauenhafte Aufgaben wie Blog einrichten und Homepage pflegen in mein Leben gestolpert sind.

Diese meine Kollegin nun hatte mich dezent darauf hingewiesen, dass sie einen meiner Blog-Artikel kommentieren wollte und an den Einstellungen gescheitert ist. Ich sollte die doch mal so ändern, dass man ohne einen account einzurichten auch kommentieren kann - also sinngemäß, ein Bier trinken kann, ohne gleich die ganze Kneipe zu pachten.
Irgendwie nachvollziehbar - für mich aber in der Abteilung "muss das sein?" und damit auf Platz 273 meiner to-do-Liste. Und genau das habe ich ihr dann auch geschrieben - mich höflich bedankend natürlich.

Und was macht sie?

Sie gibt mir einen weiteren Tipp und endet mit dieser Frage:

Was steht denn auf Platz 1 deiner to-do-Liste? (Diese Coaches!!!)
Und: Brauchst du jemanden zum Priorisieren? (und das mitten im Tatort!)

Was dann folgte, waren 10 Min. online-Coaching per Chat (denn auch Coaches brauchen Coaches ;) multitasked inklusive Tatort gucken.

Ja, Priorisieren ist schon mal ne feine Sache - fast so wie Urlaubsgefühle im Alltag - das hatte ich vor ein paar Tagen auch gerade beschlossen. Meine Entscheidung war: zur Abwechselung mal wieder ganz normale nette Zeiten mit meinen Lieben zu verbringen.
Und genau das hab ich dann auch gemacht:
mitten am Tag mit meinem Mann Essen gewesen, 
abends mit Freunden ein tolles Konzert besucht, 
mit meinem Sohn über unser Provinz-Fest gezogen, 
einen schönen Betriebsausflug mit meinen Kollegen gemacht 
danach mit Freunden und Familie auf besagtem ödem Stadtfest schön ausgiebig Kaffee getrunken und die nächsten Kino-Dates verabredet
und mit 2 Freundinnen schön lange telefoniert und Treffen ausgemacht

All das fiel mir ein bei der Frage meiner Kollegin nach Platz 1 meiner Liste - denn meine neue Arbeit macht mir so viel Spaß, dass ich zeitweise einfach vergesse, diese schönen Momente möglich zu machen.
Gegen das Vergessen helfen ja bekanntlich reminder, aber was hilft gegen das Vergessen von Remindern?
Was hilft dagegen, mit dem Kind ein Buch anzuschauen und parallel zu überlegen, welche Mails noch zu beantworten sind?
Und was hilft dagegen, am PC zu arbeiten und plötzlich von einem gerade zurückgekehrten Schulkind nach dem aktuellen Mittagessen gefragt zu werden (das es natürlich noch nicht gibt!)?
Was hilft gegen das parallele Aufploppen von Facebook-Nachrichten und 3 verschiedenen Elternbriefen mit Anhängen für Unterschriften und Angaben darüber, wer welchen Salat wann wohin mitbringen kann (und warum nicht?)
Und was hilft dagegen, den Sohn zum Gitarre üben zu motivieren während endlich die erwartete Antwort vom Auftraggeber mit der Bitte um schnelle Rückmeldung reinschneit?

Ganz ehrlich - Multitasking ist es nicht, jedenfalls nicht für mich - das habe ich lange lange ausprobiert.
Es endet irgendwo zwischen Überforderung  und gebügelten Hemden im Gefrierschrank (kein Witz - das hat mir heute eine Kollegin auf dem Betriebsausflug erzählt).
Und es endet zwischen abgehakten Posten und eben eingefrorenen Gefühlen - deutlich daran zu erkennen, dass man selbst in der ausgewiesenen Arbeitszeit plötzlich anfängt rumzutrödeln und sich zu verzetteln.


Und da bin ich auch wieder bei der Motivation für diesen Blog hier:

verschiedenes unter einen Hut bringen ist für mich oft weniger eine Frage der Zeit, als eine danach, was jetzt gerade dran ist und vor allem, wer.

An diesem Wochenende war ich dran mit vielen schönen Erlebnissen - und damit kann ich auch der nächsten Woche sehr gelassen entgegen sehen.

Ich melde mich übrigens, sobald ich Platz 273 der Liste erreicht und die Kommentarfunktion für meine Blogs neu eingestellt habe - oder ich frage direkt jemand, der sich damit auskennt ;)

Und jetzt bin ich schon wieder dran - diesmal mit Schlafen gehen!


Eine schöne Woche und ganz besonders viel Spaß beim Priorisieren :)

Frau W aus F





Sonntag, 26. August 2012

Wenn du keine Ahnung hast, einfach mal Schn... halten - oder: fragen Sie jemanden... Teil 2

Hallo zusammen,

zugegeben - der Titel ist dezent provokativ und eine passgenaue Vorlage zum Eigentor obendrein. Trotzdem - oder gerade deshalb muss ich jetzt darüber schreiben.

Die Sache mit dem Eigentor wird übrigens genau jetzt brandaktuell, weil ich dringend darüber schreiben möchte, wovon ich keine Ahnung habe. (Keine Angst, ich schreibe nicht über alles, wovon ich keine Ahnung habe - das könnte sonst ein mehrbändiges Manifest werden - nein ich schreibe nur von einem klitzekleinen Ausschnitt von der gesamten Materie).

Ich habe - zum Beispiel - keinerlei Ahnung davon, wie man einen schönen Garten anlegt, ein mehrgängiges Menu für eine überschaubare Anzahl von Gästen zaubert oder wie man sich selbständig macht. Also halte ich in allen diesen Bereichen mal schön die Schn....

Letzteres brauche ich aber gerade - also muss ich mich wohl oder übel damit beschäftigen.

Ich habe also diverse ganz ausgezeichnete Internetseiten abgeklappert und viel höchst hilfreiche Informationen gesammelt. Man glaubt es kaum: es hat mir sogar Spaß gemacht und ich konnte tatsächlich Begriffe wie Einnahme-Überschussrechnung und ähnliches lesen, ohne mich zwischen Dauer-Blackout und dem mehrfach zitierten Nervenzusammenbruch hin- und her zu hangeln.

Und - hat mir das etwas gebracht?

Nein - natürlich nicht (sonst würde ich hier ja auch nicht darüber schreiben)!

Habe ich jemanden gefragt, der sich mit so was auskennt?

Nein - habe ich nicht aus dem sicheren Instinkt heraus, keine einzige der vermutlich gestellten Rückfragen auch nur ansatzweise beantworten zu können - womit wir wieder beim Thema keine Ahnung=Schn.... halten wären ;)

Und so hatte ich einen Haufen guter Informationen und immer noch keinerlei Ahnung, ob ich mir für mich tatsächlich eine selbständige Tätigkeit wünsche - oder genauer: ob ich bzw. mein "Business" dazu  die notwendigen Voraussetzungen überhaupt mitbringt.

In diesem Zustand fand ich dann eine Einladung zu einem Seminartag für Unternehmerinnen und Selbständige. 
Der Seminartag war vorgestern. 
Ich war da. 
Jetzt ist alles klar.

Es ist klar, was ich möchte - es ist klar, was es braucht - es ist klar, was ich davon schon habe und es ist klar, wie ich jetzt weiterkomme.

Es muss daran gelegen haben, dass sich die beiden Referentinnen und die Organisatorin damit auskennen (nun, das taten die Betreiber meiner Internet-Seiten auch).

Es muss daran gelegen haben, dass sie sich damit auskennen, wie man viel Stoff gut strukturiert und methodisch gut gestaltet, wie man Gruppen gut führt und jedem einzelnen den nötigen Freiraum erhält (und wie man das Ganze gut organisiert und schmerzfrei über die Bühne bringt natürlich auch).
Und es muss daran gelegen haben, dass sie sich damit auskennen, wie man sich fühlt, wenn man gerade Orientierung sucht.

Aber vor allem war da wieder diese Begeisterung zu spüren von einem Team, das genau das macht, was es wirklich von Herzen gerne tut: eine sehr strukturierte Organisatorin im Vorfeld, eine hochmotivierte und herzliche Referentin und eine sehr kreative methodische Anleiterin.

Da haben wir´s mal wieder:

wenn sich die richtigen Leute zusammen tun, kommt etwas großartiges zustande - und: keiner muss alles können!

Und ich - ich weiß jetzt genau das, was ich gebraucht habe, um meine Situation richtig einschätzen  und eine gute Entscheidung treffen zu können.

An dieser Stelle auch ganz herzlichen Dank an alle, die mich für mein "Business" bestärkt und ermutigt haben - das hat vieles erst ins Rollen gebracht.

Aber für diese Einschätzung musste ich doch jemanden fragen, der sich mit so was auskennt.

Und die Moral von der Geschicht:

halte deine Schn... nicht (sondern frag jemanden, der sich mit sowas auskennt ;)


Noch ein Absacker zu diesem Thema gefällig?

Neulich erzählte eine Frau auf einer Feier folgende Geschichte:

sie hatte ihr Auto geparkt, war fröhlich Richtung Feier gelaufen und stand plötzlich vor einem Maschendrahtzaun. Das Ganze sah bereits nach einem gepflegten Rückzug inkl. Riesen-Umweg aus, da sah sie ein paar Kinder und fragte: "Sagt mal, wisst ihr, wo der Zaun aufhört und ich da vorbei komme?" "Komm mit", sagte ein kleines Kind und lispelte weiter durch seine Zahnlücke:"der Zzzaun hat an einer Stelle ein Loch - ich zzzeigs dir".

Also - nix Schn... halten und auch nicht selber experimentieren - fragen ist die Devise ;)


Dann mal eine schöne Woche in die Runde - meine to-do-Liste freut sich schon - und ich mich auch:)


Frau W aus F
















Sonntag, 19. August 2012

"Ssänk you for travelling - oder: warum man am besten vorwärts komt, wenn man bleibt, wo man ist"

Hallo zusammen,

meine Erlebnisse, über die ich heute schreiben möchte, erstrecken sich über einen Zeitraum von 3 Tagen - erkennbar an den entsprechenden Überschriften - und jetzt geht es los mit diesem Video! Kommentar überflüssig - hoher Unterhaltungswert und besseres Verständnis für die real-life-story unten
garantiert: http://www.youtube.com/watch?v=wXjhszy2f9w

Tag1:
Jetzt habe ich Zeit. 
Ich war natürlich wieder einmal zu spät - zu spät mit Packen, zu spät mit Essen und zu spät mit losgehen. Den Bus habe ich gut gekriegt, aber ich war leider auch zu spät gewesen, um mir noch Bargeld zu besorgen. Ich kenne das alles schon und auch den Stress, den das normalerweise nach sich zieht.
Diesmal nicht.
Warum?
Richtig: Die Deutsche Bahn - dein Freund und Helfer oder so ähnlich.
Als ich zum Bahnhof kam, zeigte die Tafel bereits 20 Min. Verspätung an; ich konnte mich also beruhigt auf die Suche nach einem Geldautomaten machen - der erste war deffekt und der zweite unverschämt teuer und einen dritten gab es leider nicht.
Inzwischen zeigte die Tafel auch bereits 50 Minuten Verpätung an und ich machte mich auf die Suche, irgendwo etwas trinken zu gehen und gleichzeitig die Anzeigetafel weiter im Blick zu behalten.
Und da sitze ich nun bei einem ebenfalls überteuerten Glas Orangensaftschorle - und am besten bleibe ich, wo ich bin - so kann ich schnell reagieren, wenn die Tafel etwas Neues melden sollte.

Jetzt habe ich Zeit: die Verspätung beträgt aktuell 60 Minuten und ich lese dazu die Anzeige, wegen eines Deffektes doch bitte nur die Wagen in den Abschnitten A-C zu benutzen. Wenn das alle wollen, na denn Prost.
Und jetzt wird mein Zug aufgerufen - 5 Min. eher als gedacht - ich muss mich jetzt beeilen.

Ich habe schon wieder Zeit - diesmal im Zug - der Zug steht - seit 10 Minuten - die schadhaften Teile müssen noch ausgewechselt werden - kein Witz!
Und dazu hatte ich auch noch mehr Glück als Verstand: Meinen Zug mit Platzreservierung 2 Sd. vorher hatte ich ja sausen lassen, weil ich die Zeit einfach noch zum arbeiten brauchte. Können Sie sich vorstellen, wie das aussieht Freitag nachmittags mit 60 Minuten Verspätung und 2 kaputten Zugbereichen? Die Leute haben sich gestapelt, die Zug-Tür landete direkt vor meiner Nase und nun habe ich sogar einen Sitzplatz und Zeit! München, ich komme.

Ich bin nämlich gerade auf dem Weg zu einem Treffen mit meinen wunderbaren Coaching-Kollegen. Es gibt bereits eine großartige Agenda und bestimmt viel zu tun - und trotzdem fühlt es sich gar nicht an wie Arbeit. Ich berichte auf der Rückkfahrt. 

Tag 2:
Ich musste mich beeilen.
Ich war pünktlich mit dem Wecker, sogar mit dem Aufstehen und mit der Dusche. Dann kam eine wichtige SMS, eine zweite, eine Nachricht auf dem AB und schließlich auch der Telefonanruf selbst. Und so war ich zu spät beim Frühstück und damit, das Hotel in Richtung Treffpunkt zu verlassen. Ein Kollege hatte mir noch eine ungefähre Richtung gezeigt, aber die Erklärung erwies sich für meine mangelhafte Orientierung als nicht wirklich hilfreich. Die Zeit lief - ich auch, aber viel zu weit. Da klingelte mein Handy. Mein Kollegen hatten bereits eine interne Vermisstenanzeige aufgegeben und ich hörte plötzlich eine liebe, freundliche Stimme an meinem Ohr. Nach ein paar Sätzen hin und her sagte meine Kollegin den entscheidenden Satz: "Bleib, wo du bist - ich hole dich ab".
Ja, dachte ich so sind sie meine lieben Kollegen: sie holen einen ab, wo man ist - ohne Ärger, ohne Vorwurf, ohne Besserwisserei.
Und so war es das gesamte Wochenende - doch dazu später mehr.


Tag 3:
Jetzt habe ich keine Zeit mehr.
Ich sitze schon wieder im Zug - diesmal auf der Rückfaht - ganz ohne Verspätung - eine Zug früher, als geplant - damit wieder ohne Resevierung, dafür mit Fensterplatz und funktionierender Klimaanlage - was will man mehr?
Aber warum habe ich keine Zeit?
Das ist so: ich komme von diesem wunderbaren Kollegen-Treffen. Wir hatten Zeit, aber natürlich nicht genug. Und trotzdem haben wir so viel geschafft, wie man es sich nur vorstellen kann. Und wir hatten sehr viel Spaß miteinander, viele Gelegenheiten für tolle Gespräche und Input wie immer auf allen Kanälen.
Wie macht man das? Wie kriegt man so viel Vergnügen und so viel Weiterkommen unter einen Hut?
Es ist wie immmer eigentlich ganz einfach: jeder bringt sich genau nach seinen persönlichen Möglichkeiten ein. Manche übernehmen die Führung, andere bringen hilfreiche Ergänzungen oder Einwände. Wieder andere erinnern an die Zeiplanung, die nächsten sorgen für Leib und Seele während der Pausen. Aber alle bringen ihre Impulse und Ideen so ein, wie sie es gerne machen.
Und jeder darf bleiben, wo er ist - es ist ja immer jemand da, der ihn oder sie dort abholt.
Das Ergebnis:
eine großartige Mischung, in der jeder und jedes seines Platz hat und die Energie entsteht, die dafür sorgt, dass das auch in Zukunft so bleiben wird.

Und ich - ich sitze im Zug, schaue meine kaum lesbaren Stichworte von diesem Wochenende durch und schreibe außer dieser Kolumne meine to-do-Liste für die nächste Zeit.
Und nichts davon fühlt sich wie Arbeit an.

Sssänk you for travelling, dier Deutsche Bahn - einen ganz besonders lieben Dank an meine tolle Kollegen-Gruppe und allen eine schöne, sonnige Woche

Frau W aus F

Samstag, 11. August 2012

Vorher-Nachher-Geschichten oder: "Fragen Sie jemanden, der sich mit so was auskennt"

Hallo zusammen,

es hat geklappt: ich habe heute nach 6 Wochen vor mir herschieben doch tatsächlich 8 Schulbücher eingebunden (das ist nicht neu), es hat mich nicht allzu viel Zeit gekostet (da kommen wir der Sache schon näher) und - und das ist der eigentliche Gipfel: ganz ohne Nervenzusammenbruch!

Ich vermute mit dem Einbinden von Schulbüchern ist es so ähnlich wie mit dem Packen für den Urlaub: die einen können`s und die anderen eben nicht.
Eben nicht ist allerdings so eine Sache, denn auch diese Personengruppe muss sich mit dem schmerzlichen Thema irgendwie auseinandersetzen.
Wie das funktionieren kann und wie gar nicht, dazu hier meine persönliche Vorher-Nachher-Geschichte:

Es muss so ungefähr 10 Jahre her sein, das war ich mit meinem damaligen Chor auf einem Probenwochenende. Wir bekamen neue Chorbücher - tolle Chorbücher - wertvolle, schöne und funkelnagelneue Chorbücher - sie mussten eingebunden werden.
Ich meine, es muss sowas gewesen sein wie "Ich hasse Bücher einbinden", was mir im Gespräch mit meinen Chorkollegen rausrutschte. Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt bereits durch 2 Schuljahrgänge meiner Kinder mit diesem Thema gequält und wusste ganz genau wovon ich sprach: von rutschenden Folien und schierer Verzweiflung.
Jedenfalls bekam ich damals prompt die Quittung: Eine geschmeidige Mit-Zwanzigerin meinte "Also ich mach das gerne - ich hab immer für alle meine Geschwister alle Bücher eingebunden" - sprachs, band ein und siegte.

Seit dem habe ich mich weiter gequält - mit den Schulbüchern meiner Kinder, bis zu der Begegnung, die mein Leben für immer verändern sollte - wenigstens in diesem Punkt - und damit kommen wir zum Nachher:

Es war eine Sitzung im Förderverein unserer Grundschule, in der es naturgemäß diverse Aufgaben zu verteilen gab - unter anderem - richtig: das Einbinden von Büchern für die Schulbibliothek. (Ich glaube, ich werde nie verstehen, warum es keinen Etat zum Renovieren von Klassenräumen, Packen von Umzugskisten und vollständigem Einrichten von Schulbibliotheken an unseren allgemeinbildenden Schulen gibt, aber das ist ein anderes Thema).
"Wer kann sich mal einen Abend Zeit nehmen und eine von diesen Kisten einbinden?", fragte die Vorsitzende vom Förderverein geschickt. Nachdem spontan und ohne zu zögern 3 Hände hochgegeangen waren, traute ich mich, zu sagen:"Wie macht ihr das? Ich brauch`dafür Stunden". Das war natürlich untertrieben, aber "Tage" wollte ich einfach nicht sagen. "Mir ging das früher auch so, aber da gibts einen Trick, wie das ganz schnell und einfach geht - ich komm vorbei und zeigs dir", sagte eine meiner Mutter-Kolleginnen. Ergebnis: wir hatten einen netten Abend und ich für den Rest meines Lebens eine bessere Technik.
Seitdem kann ich also Bücher einbinden - um genauer zu sein, übe ich das und werde doch tatsächlich von Jahr zu Jahr geschickter und, wie ich heute erfreut festellen durfte, auch schneller.

Und was lernen wir daraus: "Fragen Sie jemanden, der sich damit auskennt" :)

Das, womit sich meine nette Unterstützerin da auskannte war zweierlei: zum einen mit dem Bücher einbinden selbst (aber das konnte meine Chorkollegin ja auch). Zum anderen aber damit - und das ist das Entscheidende -, wie blöd man sich dabei vorkommt, wie genervt man davon ist und welche Technik diese Aufgabe leichter macht.

Man sollte also besser sagen: "Fragen Sie jemanden, der mal damit Schwierigkeiten hatte und sich jetzt damit auskennt"
(zugegeben:  der Satz geht so werbetechnisch gar nicht - noch nicht mal für die gelben Seiten - aber er stimmt und er gilt aus meiner Sicht für jede Lebenslage).


By the way: ich kenne ganz viele Leute, die sich mit vielen verschiedenen Themen sehr gut auskennen - wer also gute Experten sucht, bitte einfach im Kommentar das gesuchte Thema angeben und ich gucke gerne, wer sich mit so was auskennt:)


Interressant ist aber noch die Sache mit dem ausgebliebenen Nervenzusamenbruch. Der setzt sich bei mir im Normalfall aus folgenden Komponenten zusammen:
1. Ich habe überhaupt keine Lust, das zu machen
2. Ich habe noch weniger Lust, das jetzt zu machen
3. Ich habe am wenigsten Lust, dafür länger zu brauchen als unbedingt nötig
4. Ich werde gestört, muss immer wieder von vorne anfangen und es dauert deutlich länger als unbedingt nötig

Was macht man als berufstätige Mutter mit 14-Std.-Tag? Richtig: man legt das ganze in die Abendstunden !

FALSCH: die Abendstunden sind Freizeit, Schulbücher einbinden ist Teil vom Job!!

Und genau das habe ich heute anders gemacht - zum ersten Mal in meiner mehr als 10-jährigen Karriere als Mutter schulpflichtiger Kinder:

1. Ich habe es mir vorgenommen, weil es nun mal jetzt sein muss
2. Ich habe es in den Sa.-Vormittag gelegt, weil es Teil von Familien-Management ist
3. Ich hab es mit einem Blockbuster mit meinen tollen Arbeitskollegen verbunden, weil dann alles doppelt so schnell geht 
(wie man einen Blockbuster einsetzt, wenn man effektiv und mit Spaß unliebsame Aufgaben erledigen möchte, darüber habe ich in diesem Blog vor ein paar Monaten geschrieben unter: http://always-look-on-the-right-side-of-life.blogspot.de/2012/05/irgendwie-ist-alles-doch-nur-relativ.html...)
4.Ich habe das Ganze meinen Kindern angekündigt, damit nichts dazwischen kommt - ungefähr so:

"Meine lieben Kinder, eure Mutter wird sich heute Vormittag damit beschäftigen, diese Schulbücher einzubinden. Ich möchte nicht gestört werden - hier ist die Nummer der Giftnotrufzentrale und die vom Kinderschutzbund."

Was soll ich sagen: es hat geklappt - die Bücher sind eingebunden, meinen Nerven geht es ganz ausgezeichnet und meine Kinder haben es auch überlebt.

Überlebt ist auch wieder untertrieben:

mein Sohn hat von sich aus den gesamten Groß-Einkauf eingeräumt, gefühlte 2,3 kg Mini-Kram unter (!) seiner Kommode ausgemistet, den Müll rausgetragen und die Salate fürs Grillen am Abend vorbereitet - und das Ganze äußerst gut gelaunt. Blockbuster sind offensichtlich ansteckend.

Und ich - ich habe anschließend noch in einem Anfall von kreativem Aufräumen 2 schöne Arbeitsplätze für mich eingerichtet - für jede Wetter- und Stimmungslage so zu sagen. Und die Tipps rund ums Organisieren und bei Laune halten am Schreibtisch gibts demnächst hier in diesem Theater.

Montag geht für meine Kinder die Schule wieder los -
und ich freu mich schon jetzt auf meine Arbeit :)


Frau W aus F

















Sonntag, 5. August 2012

Es liegt was in der Luft - oder: Jammern war gestern

Hallo zusammen,

dass wir uns so schnell wieder sehen bzw. lesen - wenigstens einseitig - hätte ich nun gerade nicht gedacht, aber es liegt nun mal was in der Luft und ich habe beschlossen, diesmal mit zu pfeifen bei dem wind of change.
Wer das auch möchte, also mit den Scorpions und einer ganzen Arena voller Menschen und gleich jetzt und hier - bitte schön:

http://happy-new-year-blog.blogspot.de/


Damals bei den Scorpions und der Perestroika war ich noch nicht soweit - zu jung und keinen blassen Schimmer von Politik - heute ist letzteres nicht anders - ersteres schon, aber das ist ein anderes Thema.

Jammern war schließlich gestern und im Übrigen sehr amüsant auf meiner Facebook-Seite, aber jetzt ist für mich ganz offensichtlich wieder Durchstarten dran.

Wie es aussieht, geht es heute um einen anderen Wandel - einen gesellschaftlichen und sozialen und da kann ich wenigstens ein kleines bisschen mehr mitdenken und vielleicht sogar mitreden, aber mitmachen wäre natürlich noch viel schöner.

Vor ein paar Wochen hatte ich hier einmal darüber geschrieben, wie sehr ich mich über die Erkenntnisse und Thesen von dem renomierten Hirnforscher Gerald Hüther gefreut hatte, die allesamt unser gelerntes und erprobtes Coaching-Wissen bestätigt haben.
Das Ganze fand statt auf unserer Picknickdecke im Park an einem wunderschönen Pfingst-Samstag. Für mich das Glück in vollen Dosen, weil einfach nahezu alles da drin war, was mich begeistert: meine Lieblingszeitschrift Brigitte, mein Lieblingspark in meiner Stadt und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen: Aha.-Momente und Schreiben über das Leben und den ganzen Rest.

Apropos Schreiben - was mein Buch-Projekt macht?

Tja, also da ist jetzt noch mal was dazwischen gekommen - meine Coaching-Kollegen werden sich vermutlich an dieser Stelle schon die Hände reiben, denn es kommt immer irgendwas dazwischen, wenn man etwas Neues von Herzen gerne machen möchte - ein gutes Zeichen also.

Aber für diese Regel gibt es eine Ausnahme - jedenfalls bei mir:

wenn einen etwas trifft, wie ein Blitz aus heiterem Himmel - ja, fühlt sich tatsächlich so an wie frisch verliebt und "keine weiteren Fragen".

Was mich also nun so getroffen hat, ist die eigentlich schlechte Nachricht, dass meine Lieblingskolumnistin aus meiner Lieblingszeitschrift nun ihre Kolumnen aufhören wird.

Und da seh ich mich plötzlich entschlossen vom Frühstückstisch aufstehen, mich an den Schreibtisch setzen und tatsächlich eine Bewerbung schreiben - wie von Geisterhand gerührt so zu sagen.

Nun rechne ich mir da keine großen Chancen aus, da ich weder Autorin noch Journalistin bin und die Sache vielleicht sowieso schon längst entschieden ist. Und selbst, wenn nicht, werden die schon nicht ausgerechnet auf mich gewartet haben.
Und trotzdem habe ich das gemacht, mich dabei vermutlich um Kopf und Kragen geschrieben - aber das war schon lange mein Traum, ich hatte ihn nur vorsichtshalber vergessen.

Das Schöne ist, wenn die Absage kommt, mach ich einfach wieder eine Jammer-Session, wenn gar nichts kommt, hake ich nach, aber wenn daraus irgendwas werden sollte - dann weiß ich auch nicht..., aber es könnte laut werden.

Egal, was passiert, ich halte euch hier auf dem Laufenden; dann könnt ihr live mitverfolgen, wie sich der wind of change so auswirkt - wenigstens erst mal hier im Kleinen :)

Bis bald und mitpfeifen nicht vergessen,


Frau W aus F

P.S.: für alle, die sich doch noch etwas mehr für den wind of change im Größeren interessieren, hier zumindest 3 großartige Plattformen:

für die Förderung von bedeutsamen Projekten junger Erwachsener:
www.dekeyserandfriends.org/
für die Unterstützung von Jugendlichen/Schülern bei der Berufswahl:
http://www.alumni-at-school.org/index.php/Hauptseite 
für die Förderung von Geschäftsmodellen im sozialen Bereich:
http://germany.ashoka.org/